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Taubheit

Wie Sie Taubheit vorbeugen können und was Sie über den Hörverlust wissen müssen

Experten verstehen unter Taubheit den totalen Ausfall des Corti’schen Organs oder anderer Funktionen des Innenohres und das damit einhergehende Unvermögen zu hören. Eine Taubheit kann dabei sowohl vor als auch nach der Geburt auftreten. Ursachen, Behandlungsmethoden und Aussicht auf Besserung sind dabei sehr verschieden.

Was ist Taubheit?

Die Otologie bezeichnet einen Menschen als taub, wenn bei ihm die Funktionen des Corti-Organs, des Nervus vestibulocochlearis (bestehend aus dem Gleichgewichtsnerv und dem Hörnerv) oder der Pars cochlearis (Teil des Nervus vestibulocochlearis) vollkommen ausfallen. Unter einer klinischen Taubheit verstehen Mediziner einen faktisch totalen Hörverlust, obwohl im Innenohr audiometrisch noch immer eine Teilfunktion nachweisbar ist.

Der Begriff der Taubheit wird synonym zu Bezeichnungen wie „hochgradige Hörschädigung“, „Gehörlosigkeit“, „hochgradige Schwerhörigkeit“ und „Resthörigkeit“ verwendet.

Rund 98 Prozent der Menschen, die nicht hören können, verfügen dennoch über ein Restgehör. Sie nehmen entsprechende akustische Reize nicht selbständig wahr, können mit einem Hörgerät oder einem Cochlea-Implantat jedoch in vielen Fällen einen Teil des ihres Hörvermögens wiedererlangen.

Die Kommunikation erfolgt bei beidseitig tauben Menschen über die Gebärdensprache, die Lautsprache oder schriftsprachlich. Einseitig Taube können zwar normal hören und kommunizieren, sind jedoch nicht dazu in der Lage, zu hören, in welcher Richtung sich die Schallquelle befindet. Wer nach dem Spracherwerb im Jugend- oder Erwachsenenalter gehörlos wird, gilt als spätertaubt.

Was sind die Ursachen von Taubheit?

Je nachdem, unter welcher Art der Taubheit Sie leiden, kommen verschiedene Auslöser infrage. Pränatale Ursachen für eine angeborene Taubheit können sein:

  • Röteln-Embryopathie: eine Übertragung des Röteln-Erregers von der Mutter auf das ungeborene Kind über die Plazenta
  • durch Tiere auf die Mutter übertragene Toxoplasmose
  • Vererbung
  • Rh-Inkompatibilität mit Kernikterus: eine Rhesusunverträglichkeit mit einer schweren Schädigung des zentralen Nervensystems des Kindes
  • Syphilis
  • verschiedene Syndrome wie das Usher-Syndrom oder das Waardenburg-Syndrom
  • Medikamente

Während der Geburt kann zudem eine mangelnde Sauerstoffversorgung oder ein mechanisches Geburtstrauma eine Taubheit auslösen.

Eine später erworbene Taubheit ist oft eine Folgeerscheinung einer anderen Erkrankung. Hier sind neben Scharlach die Masern, eine virale Entzündung des Gehirns (Enzephalitis), Tuberkulose, chronische Mittelohrerkrankungen und eine Entzündung der Hirnhäute (Meningitis) zu nennen. Auch eine Verletzung durch eine plötzliche, starke Druckveränderung (Barotrauma) zählt zu den häufigeren Ursachen für eine erworbene Taubheit. Schädelbrüche können ebenfalls zu einem vollständigen Hörverlust führen. Eine einseitige Taubheit kann zudem die Folge eines Hörsturzes sein. Bei der Einnahme bestimmter Medikamente besteht ebenfalls das Risiko einer Taubheit oder Schwerhörigkeit.

Wie beuge ich Taubheit vor?

Schwangere sollten regelmässig zu Vorsorgeuntersuchungen gehen und ihren Impfschutz überprüfen. Um das ungeborene Kind zu schützen, sollten Sie des Weiteren in der Schwangerschaft nur nach sorgfältiger Absprache mit Ihrem Gynäkologen Medikamente einnehmen.

Zudem sollten auch Erwachsene, die im Kindesalter nicht geimpft wurden oder deren Impfschutz abgelaufen ist, daran denken, die wichtigsten Impfungen nachzuholen oder aufzufrischen.

Unternehmen Sie einen Tauchgang nur nach einer Tauglichkeitsüberprüfung. Holen Sie hierzu vor dem Arztbesuch den Expertenrat eines Spezialisten ein, der Sie über Ihr persönliches Risiko bei Druckveränderungen aufklärt.

Tragen Sie in einer lauten Umgebung stets einen professionellen Gehörschutz.

Bevor Sie Medikamente einnehmen, lesen Sie sorgfältig den Beipackzettel und überprüfen Sie, ob bei Ihrer Arznei eine Häufung von Gehörverlusten als Nebenwirkung aufgeführt ist. Fragen Sie in diesem Fall Ihren Arzt nach dem genauen Risiko und eventuell nach alternativen Medikamenten.

Schenken Sie Erkältungskrankheiten Beachtung und sorgen Sie stets für eine ausreichende Belüftung des Mittelohrs. Sind Familienmitglieder von starker Schwerhörigkeit oder Taubheit betroffen, sollten Sie Ihr Hörvermögen regelmässig von einem Spezialisten überprüfen lassen.

Was kann ich gegen Taubheit tun?

Wenn Sie das Gefühl haben zu ertauben, wird Ihr Ohrenarzt eine genaue Diagnose stellen und mithilfe moderner Messmethoden und Tests herausfinden, welche Ursachen Ihre Taubheit hat und ob das Gehör dauerhaft geschädigt ist. Daher sollten Sie bei ersten Anzeichen einer Schwerhörigkeit zum Spezialisten gehen und sich über Ursachen und Behandlungsmethoden beraten lassen. In vielen Fällen kann beispielsweise ein Hörgerät in Kombination mit einem Hörtraining helfen, trotz Schwerhörigkeit beziehungsweise Taubheit einen Teil des Hörvermögens wiederherzustellen.

Funktionieren trotz einer beidseitigen Taubheit das Hörzentrum im Gehirn und die Hörnervenfasern normal, kommt eventuell ein Cochlea-Implantat in Frage. Die elektronische Hörprothese kann bei tauben Patienten die Funktion des Innenohrs übernehmen. Wie gross dabei die individuellen Erfolgschancen sind, ist von Fall zu Fall unterschiedlich.

Zahlreiche Vereine und Selbsthilfegruppen kümmern sich um die Belange ertaubter Menschen. Hier können Menschen mit Taubheit Kontakte zu anderen Gehörlosen und Angehörigen knüpfen und erhalten wertvolle Tipps, die ihnen dabei helfen, mit ihrer Taubheit im Alltag zurechtzukommen.

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