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Ohrenschmerzen – Ursachen finden und richtig behandeln

Ohrenschmerzen sind ein häufiges Leiden. Bei Kindern verbirgt sich meist eine Mittelohrentzündung dahinter, bei Erwachsenen ist die Diagnose oft schwerer. Die Ursachen sind in vielen Fällen infektiös, liegen aber mitunter auch ausserhalb der Ohren. Ein Hals-Nasen-Ohren (HNO)-Spezialist findet den passenden Therapieansatz.

Was sind Ohrenschmerzen?

Ohrenschmerzen werden in der Medizin als Otalgie bezeichnet. Der Begriff umfasst dabei jedes schmerzhafte Gefühl in und am Ohr. Ohrenschmerzen sind bei Kindern sehr häufig, denn circa 40 Prozent aller Kinder erkranken bis zu ihrem zehnten Lebensjahr mindestens einmal an einer Mittelohrentzündung, einer der häufigsten Ursachen von Ohrenschmerzen.

Was sind die Ursachen von Ohrenschmerzen?

Die Ursache ist allerdings häufig nicht einfach festzustellen, denn Ohrenschmerzen sind Symptom vieler Krankheiten. Um Ohrenschmerzen zu bekommen, müssen nicht einmal Probleme im Ohr selbst vorliegen. So können beispielsweise auch Kiefer- oder Zahnerkrankungen zu Schmerzen im Ohr führen. Wundern Sie sich daher nicht, wenn Ihr Arzt Sie nicht nur über Dauer und Stärke der Schmerzen ausfragt, sondern auch über Ihre medizinische Vorgeschichte, Schmerzen im Gesicht, Kopf oder Schultern.

Ursachen von Ohrenschmerzen, die ausserhalb des Ohrs zu finden sind

  • Erkrankungen der Zähne oder des Kiefergelenks
  • Erkrankungen der Halswirbelsäule
  • Mandelentzündung (Tonsillitis) oder Rachenentzündung (Pharyngitis)
  • Eiteransammlung neben den Mandeln (Peritonsillarabszess)
  • Erkrankungen der Nasennebenhöhlen (Sinusitis)
  • Tumore in der Kopf-Hals-Region
  • Nervenentzündungen in der Ohrgegend

Ursachen von Ohrenschmerzen, die im Ohr zu finden sind

  • übermässige Ablagerung von Ohrschmalz (Zerumen)
  • Entzündung des äusseren Gehörganges (Otitis externa)
  • akute oder chronische Mittelohrentzündung (Otitis media)
  • Belüftungsstörung des Mittelohres
  • Adenoide, im Volksmund „Polypen“ genannt
  • Fremdkörper im Gehörgang
  • Eiterpickel im Gehörgang
  • Verletzung des Trommelfells
  • Barotrauma: Verletzung durch ungünstige Druckverhältnisse, zum Beispiel beim Tauchen oder Fliegen
  • Entzündungen der Ohrmuschel, zum Beispiel bei einer Gürtelrose
  • Tumore des äusseren Ohres

Wie beuge ich Ohrenschmerzen vor?

Da Ohrenschmerzen viele verschiedene Ursachen haben, ist eine gezielte Vorbeugung nicht möglich. Jedoch können Sie das Risiko senken, indem Sie auf einige Punkte achten. Haben Sie zum Beispiel auf einer Flugreise eine Erkältung, helfen abschwellende Nasentropfen, druckbedingte Ohrenschmerzen zu vermeiden. Passagiere ohne Schnupfen kauen Kaugummi oder üben bei zugehaltener Nase Gegendruck aus, um durch einen Druckausgleich Ohrenschmerzen beim Start oder bei der Landung vorzubeugen.

Kinder leiden deutlich häufiger als Erwachsene an Ohrenschmerzen, meist bedingt durch eine Mittelohrentzündung. Untersuchungen belegen, dass eine rauchfreie Umgebung, Stillen, der Verzicht auf einen Beruhigungsschnuller und eine Impfung gegen Pneumokokken vor Mittelohrentzündungen schützen. Es ist sinnvoll, direkt bei Beginn der Ohrenschmerzen einen HNO-Spezialisten aufzusuchen. So vermeiden Sie Komplikationen und unnötige Schmerzen.

Dem sogenannten Schwimmerohr (Otitis externa) beugen Sie vor, indem Sie nach dem Baden im Schwimmbad abwechselnd zu beiden Seiten neigen. So kann das Wasser aus den Gehörgängen laufen. Denn Schwimmbadwasser führt nicht nur durch Nässe zu Entzündungen, das Chlor im Wasser trocknet das Ohr zudem aus, was Entzündungen begünstigt. Auf das Putzen und Trocknen mit einem Wattestäbchen sollte jedoch verzichtet werden, da der Gehörgang oder das Trommelfell dadurch leicht beschädigt werden können.

Was kann ich gegen Ohrenschmerzen tun?

Sobald der HNO-Spezialist, der Kinderarzt oder der Allgemeinmediziner eine Diagnose gestellt hat, kann er die Ursache Ihrer Ohrenschmerzen behandeln. Bei einer bakteriellen Infektion des äusseren Gehörgangs, des Mittelohres oder des Rachens geschieht dies meist durch die Verschreibung von Antibiotika.

Ein Notfall im Zusammenhang mit Ohrenschmerzen ist der Peritonsillarabszess. Hier bildet sich neben oder hinter den Mdeln eine Eiteransammlung, die lebensbedrohliche Folgen haben kann. Dazu gehören zum Beispiel eine Kehlkopfschwellung, eine Hirnhautentzündung und eine sich ausbreitende Vereiterung entlang der Muskulatur des Halses. Der HNO-Spezialist wird im Fall dieser seltenen Erkrankung eine operative Entfernung des Abszesses empfehlen.

Handelt es sich um eine virale Infektion, existiert keine einheitliche Behandlung für die Ursache. Das Symptom Ohrenschmerzen wird mit Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder Paracetamol bekämpft. Quälen Sie sich oder Ihre Kinder nicht unnötig und beginnen Sie die Schmerztherapie früh. Sie schränkt den Arzt bei der Stellung der Diagnose nicht ein. Bei einer Mittelohrentzündung helfen zusätzlich abschwellende Nasentropfen, die die Belüftung des Mittelohres verbessern.

Als Hausmittel haben sich des Weiteren Zwiebelsäckchen bewährt. Hacken Sie hierzu eine Zwiebel klein, schlagen Sie sie in ein warmes Baumwolltuch ein und halten Sie sich dieses ans Ohr. So lindern die ätherischen Öle der Zwiebel Ohrenschmerzen, die von einer Entzündung des Mittelohrs verursacht werden. Ohrentropfen werden zur Schmerztherapie nicht empfohlen, da sie das Trommelfell aufweichen und so die Diagnostik erschweren.

Ohrenschmerzen – Ursachen finden und richtig behandeln
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