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Knalltrauma

Wie sich ein Knalltrauma auf Ihre Ohren auswirkt und was gegen die Folgeerscheinungen hilft

Ein einziger Silvesterknaller, der neben Ihrem Kopf explodiert, kann ausreichen, um einen Schaden an Ihrem Gehör zu verursachen. Ein Knalltrauma entsteht durch eine plötzlich auftretende, sehr hohe Lärmbelastung, die nur rund ein bis zwei Millisekunden andauert. Die Folgen sind erheblich: Patienten klagen über einen Hörverlust, Ohrgeräusche und weitere unangenehme bis schmerzhafte Symptome. Die Chancen auf eine vollständige Heilung des Traumas stehen allerdings gut.

Was ist ein Knalltrauma?

Wird das Gehör durch Lärm geschädigt, spricht der Experte von einem akustischen Trauma. Neben dem Begriff Knalltrauma werden situationsbedingt auch die Bezeichnungen Explosionstrauma, akutes Lärmtrauma, akustischer Unfall oder chronische Lärmeinwirkung verwendet. Zu einem Knalltrauma kommt es, wenn die Haarzellen im Corti-Organ des Innenohrs beschädigt werden. Ein erhöhter Schalldruck, der die kritische Schwelle von rund 150 Dezibel überschreitet und eine bis zwei Millisekunden andauert, sorgt für eine solche Schädigung.

Wie schädigt das Knalltrauma das Innenohr genau?

In erster Linie kommt es zu einer Funktionsstörung der äusseren Haarzellen. Bei sehr lauten Geräuschen können die Haare auch mechanisch beschädigt werden. Es entstehen ausserdem Risse an der Basilarmembran, einer Membran im Innenteil der Hörschnecke. Fällt die schallmodulierende Funktion der Haarzellen aus, verändert sich die Wahrnehmung von Geräuschen fundamental: Sie können leise Signale kaum noch oder nicht mehr wahrnehmen und spüren eine deutliche Überempfindlichkeit gegenüber lauten Geräuschen, bei deren verstärkter Wahrnehmung Sie sogar einen stechenden Schmerz im Ohr empfinden können.

Was sind die Ursachen eines Knalltraumas?

Leiden Sie unter einem Knalltrauma, war Ihr Ohr für einen sehr kurzen Zeitraum einer sehr hohen Lärmbelastung ausgesetzt. Auslöser hierfür sind häufig in der Nähe des Kopfs explodierende Silvesterknallkörper. Aber auch platzende Reifen, ein platzender Airbag oder ein Schlag auf das Ohr können die Haarzellen im Ohr schädigen und somit ein Knalltrauma auslösen.

Welche Symptome treten bei einem Knalltrauma auf?

Waren Sie einem lauten Knall ausgesetzt, können folgende Symptome auf ein Knalltrauma hinweisen:

  • akuter Hörverlust in einem oder beiden Ohren
  • ein andauerndes, hochfrequentes Ohrgeräusch (Tinnitus)
  • eine Überempfindlichkeit gegenüber Geräuschen
  • Schwindel
  • Gleichgewichtsstörungen

In der Regel betreffen die Symptome nur ein Ohr und bessern sich bei richtiger Behandlung innerhalb weniger Tage. In seltenen Ausnahmefällen erleiden Patienten eine dauerhafte Hörminderung oder eine vollständige Taubheit.

Wie beuge ich einem Knalltrauma vor?

In der Silvesternacht und immer dann, wenn Sie wissen, dass Sie lauten Knallgeräuschen ausgesetzt sein werden, sollten Sie unbedingt einen Gehörschutz tragen. Wenn Sie sich beraten lassen wollen, holen Sie vor dem Arztbesuch den Expertenrat eines Spezialisten ein, der Sie über das Thema Gehörschutz informieren kann. Mithilfe professioneller Gehörschutzkopfhörer oder eines In-Ear-Gehörschutzes können Sie Ihre Ohren sicher vor einem Knalltrauma schützen. Kinder haben besonders empfindliche Ohren, weshalb sie sich nie in der unmittelbaren Nähe von Feuerwerkskörpern aufhalten sollten.

Was kann ich gegen ein Knalltrauma tun?

Haben Sie ein Knalltrauma erlitten, ist es sehr wichtig, dass Sie sofort einen Arzt aufsuchen. Dieser überprüft mithilfe eines Ohrenspiegels (Otoskop) zunächst Mittelohr, Trommelfell und Gehörgang beider Ohren. Eine anschliessende Gehörprüfung, bei welcher er die Innenschwerhörigkeit im Bereich um 4000 Hertz misst, hilft ihm dabei, die Schwere der Hörschädigung besser einschätzen zu können. Auf der Grundlage der Messwerte leitet der Arzt eine entsprechende Therapie ein.

Zu den nichtoperativen Behandlungsmöglichkeiten des Knalltraumas gehört die Gabe von hochdosiertem Kortison, welches im Behandlungsverlauf allmählich reduziert wird. Ausserdem haben sich Medikamente bewährt, welche die Durchblutung verbessern und so die Heilung unterstützen.

Wie beim Hörsturz wird Sie der Arzt mit einer hämorheologischen Infusionstherapie mit Hydroxyethylstärke und Procain behandeln. Seit einiger Zeit sind auch homöopathische Mittel gegen das Knalltrauma erhältlich, deren Wirksamkeit in Studien bisher allerdings nicht ausreichend nachgewiesen werden konnte.

Die geschädigten Zellen benötigen zur Regeneration Sauerstoff. Bei der hyperbaren Sauerstofftherapie atmen Sie in einer Therapie-Druckkammer medizinisch reinen Sauerstoff ein, der bis zu viermal weiter in das Innenohr eindringen kann.

Besteht eine krankhafte Verbindung zwischen Innen- und Mittelohr (Perilymphfistel) oder sind eines oder beide Innenohrfenster beschädigt, sollten Sie eine operative Therapie in Erwägung ziehen. Hierbei wird das Mittelohr geöffnet, um Fisteln zu entfernen oder die Innenohrfenster zu reparieren.

Die Symptome eines Knalltraumas klingen in der Regel nach spätestens sechs Wochen wieder ab. Um aber weiteren Schädigungen vorzubeugen und anderweitige Erkrankungen auszuschliessen, sollten Sie bei Verdacht auf ein Knalltrauma einen Spezialisten aufsuchen. Dieser berät Sie auch im Fall einer dauerhaften Hörschädigung durch ein Knalltrauma.

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