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Innenohrentzündung

Was ist bei einer Innenohrentzündung zu tun?

Leiden Sie unter starkem Schwindel, Übelkeit und Taubheitsgefühlen, kann die Ursache eine Innenohrentzündung (Labyrinthitis) sein. Deshalb ist es wichtig, dass Sie diese Beschwerden richtig deuten, die Ursache abklären lassen und schnell mit der Behandlung beginnen. Zu den möglichen Ursachen einer Labyrinthitis zählt neben bakteriellen und viralen Infektionen auch die Ausbreitung einer Mittelohrentzündung.

Was ist eine Innenohrentzündung?

Bei der Innenohrentzündung handelt es sich um eine Entzündung der Hörschnecke und des Gleichgewichtsorgans, die sich im Innenohr befinden. Eine Labyrinthitis entsteht entweder im Innenohr selbst, wenn Erreger in das Ohr eindringen, oder kommt von aussen, wenn sich eine Infektion des Mittelohrs oder eine Infektion der Hirnhaut in das Innenohr ausbreitet.

Folgende Symptome können darauf hinweisen, dass Sie an einer Innenohrentzündung erkrankt sind:

  • Ihr Hörvermögen ist deutlich reduziert oder Sie verspüren ein Taubheitsgefühl.
  • Sie leiden unter unkontrollierbaren Augenbewegungen (Spontannystagmus).
  • Sie leiden unter einem starken Schwindelgefühl.
  • Sie nehmen Ohrgeräusche wahr (Tinnitus)
  • Ihnen ist übel, Sie müssen erbrechen und Sie haben starke Schmerzen in den Ohren.
  • Möglicherweise erhöht sich Ihre Körpertemperatur bis hin zu Fieber oder es sammelt sich Sekret im Mittelohr (Paukenerguss).

Was sind die Ursachen einer Innenohrentzündung?

Eine Labyrinthitis kann verschiedene Ursachen haben. Erkennen Sie bei sich Symptome einer Innenohrentzündung, sollten Sie einen HNO-Arzt aufsuchen, um den Auslöser der Erkrankung ausfindig zu machen und eine rechtzeitige Behandlung einzuleiten.

Eine bakterielle Innenohrentzündung wird meist durch eine Entzündung in der Umgebung des Mittelohrs ausgelöst, die sich anschliessend auf das Innenohr ausbreitet. Das kann eine akute eitrige Mittelohrentzündung sein, eine chronische-eitrige Mittelohrinfektion, bei der Teile der Knochen in Mitleidenschaft gezogen wurden (Cholesteaom), oder eine bakterielle Hirnhautentzündung (Meningitis). Die Erreger wandern in solchen Fällen entweder entlang des inneren Gehörgangs oder über das Mittelohr zum Innenohr. In seltenen Fällen ist die Labyrinthitis die Folge einer Erkrankung wie Syphilis oder Typhus, bei der die Erreger über die Blutbahn ins Innenohr eindringen.

Zu einer viralen Innenohrentzündung kann es kommen, wenn eine Entzündung der oberen Atemwege vorliegt, deren Erreger auf das Innenohr übergreifen. Das ist beispielsweise bei einer Influeza-Infektion der Fall. Aber auch bei einer viralen Hirnhautentzündung kann das Innenohr betroffen sein. Bei Kleinkindern, die an einem viralen Infekt wie Masern, Mumps oder Grippe erkrankt sind, entwickelt sich eine Innenohrentzündung besonders häufig. In sehr seltenen Fällen wurde zudem ein Zusammenhang zwischen einer Autoimmunerkrankung und der Labyrinthitis nachgewiesen.

Wie beuge ich einer Innenohrentzündung vor?

In der Regel treten infektiöse Innenohrentzündungen vor allem bei Kindern auf. Einer Labyrinthitis beugen Sie durch eine schnelle Behandlung von Erkältungsinfektionen vor. Abschwellende Nasensprays und eine ausreichende Belüftung des Ohrs senken nicht nur bei Kindern das Risiko, an einer Innenohrentzündung zu erkranken. Kinder, die gegen Viruserkrankungen geimpft werden, erkranken seltener an einer Labyrinthitis als Kinder ohne Impfschutz. Generell gilt, dass Sie ein Kind, das häufiger unter Mittelohrentzündungen leidet, einem HNO-Arzt vorstellen sollten, der überprüft, ob eine angeborene Belüftungsstörung vorliegt.

Was kann ich gegen eine Innenohrentzündung tun?

Welche Therapie angebracht ist, um Ihre Labyrinthitis zu kurieren, hängt ganz davon ab, welcher Erreger die Entzündung ausgelöst hat. Der HNO-Arzt nutzt verschiedene Methoden, um eine sichere Diagnose zu stellen: Mithilfe der Ohrmikroskopie lässt sich feststellen, ob ein Paukenerguss oder andere Entzündungsanzeichen vorliegen. Differenzierte Hörprüfungen, die Tonaudiometrie und der Stimmgabeltest liefern wichtige Informationen. Das Audiogramm zeigt bei Betroffenen eine Schallempfindungsstörung an. Ob eine Gleichgewichtsstörung vorliegt, stellt der Arzt mithilfe der Frenzel-Brille fest, durch die er schnelle Augenbewegungen beobachten kann. Gegebenenfalls ist auch eine Computertomographie (CT) erforderlich. Hat der Arzt den Verdacht, dass die Innenohrentzündung durch eine Meningitis ausgelöst wurde, führt er zeitnah eine Liquorpunktion durch, bei der er Nervenflüssigkeit entnimmt und im Labor analysieren lässt.

Ist der Erreger der Innenohrentzündung identifiziert, behandelt Sie der Arzt mit hochdosierten Antibiotika oder Kortison. Ähnlich wie beim Hörsturz wird zudem oft eine durchblutungsfördernde Infusionsbehandlung empfohlen, welche den Prozess der Heilung beschleunigen kann. Ein Trommelfellschnitt mit Einsetzen eines Röhrchens lässt eventuell vorhandenes Sekret kontrolliert abfliessen. Dieses Verfahren kommt vor allem zum Einsatz, wenn die Labyrinthitis eine Mittelohrentzündung als Ursache hat.

Haben Sie Ihre Symptome rechtzeitig erkannt und eine Behandlung eingeleitet, sind die Chancen für eine vollständige Heilung gut. Jedoch kommt es in seltenen Fällen vor, dass trotz rechtzeitiger Behandlung ein Hörverlust bestehen bleibt oder der Betroffene auch nach der Behandlung unter Gleichgewichtsstörungen leidet.

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