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Besser nicht für den Dauergebrauch: Ein Hörverstärker ist kein Hörgerät!

Hörverstärker
Manche Hörverstärker sehen vielleicht aus wie Hörgeräte. Aber keine dieser simplen Hörhilfen hält dem Vergleich mit einem hochwertigen, individuell eingestellten Hörsystem stand. Nicht nur die Hörqualität lässt bei Hörverstärkern zu wünschen übrig. Die Geräte stehen auch im Verdacht, das Gehör bei Dauergebrauch noch weiter zu schädigen.

Der Hörverstärker

Hörverstärker sind Hörhilfen, die im Wesentlichen aus einem Mikrofon, einem Verstärker und entweder Kopfhörern, Kinnbügelhörern oder einem Ohrpassstück wie beim Hörgerät bestehen. Sie bieten einen Lautstärkeregler, aber in der Regel keine weiteren Justierungsmöglichkeiten.

Hörverstärker mit Ohrpassstück sehen Hinter-dem-Ohr-Hörgeräten (HdO) oft zum Verwechseln ähnlich. Andere wirken eher wie ein MP3-Player oder ein drahtloser Telefonempfänger. In den USA geht der Trend zu Hörverstärkern, die gerade auf diese Unähnlichkeit mit richtigen Hörgeräten setzen. Damit wird speziell eine jüngere Klientel angesprochen, die sich mit dem Tragen einer Hörhilfe nur zögernd identifizieren kann. Das Gewicht der Geräte hängt stark mit der Bauart des Gerätes zusammen. Kleine, MP3-Playern gleichende Modelle sind mit gut 70 g leichter als eine Tafel Schokolade. Kinnbügel-Hörverstärker hingegen sind etwas schwerer und wiegen oft mehr als 100 g.

Hörverstärker für die Mediennutzung

Manche Hörverstärker sind speziell für die Mediennutzung ausgelegt: Die Hörhilfen lassen sich mit Fernseher, Radio, geeigneten Telefonen und anderen ähnlichen Geräten verbinden und leiten deren Output verstärkt ins Ohr.

Die Preise, aber auch die Tonqualität der Hörverstärker sind in den letzten Jahren gestiegen: Speziell für einen drahtlosen TV-Hörverstärker mit vernünftiger Reichweite zahlen Sie heute einen ähnlichen Preis wie für ein Paar sehr guter Kopfhörer. Einige moderne Hörverstärker verfügen über eine eingebaute frequenzabhängige Kompressionsfunktion (automatische Lautstärkeregulierung), die das Verständnis von Sprache verbessern soll.

Kein medizinisches Produkt

Ein Hörverstärker ist per definitionem kein medizinisches Produkt. Nur deshalb sind die Geräte frei verkäuflich. Langwierige und strenge Zulassungsverfahren und Qualitätsprüfungen, wie sie der Gesetzgeber für Medizinprodukte vorschreibt, entfallen. Im Gegenzug verpflichten sich die Hersteller zum Abdruck einer Warnung, die Hilfen seien lediglich für den zeitweisen Gebrauch vorgesehen – ein Hinweis, den Sie ernst nehmen sollten.

Vorteile eines Hörverstärkers

Der klare Vorteil eines Hörverstärkers ist seine unkomplizierte Anschaffung. Auch der an Unterhaltungselektronik- oder Handyzubehör erinnernde Look moderner Geräte wird gerade von jungen und junggebliebenen Trägern unter Umständen als Vorteil empfunden.

Ein Hörverstärker ist weit davon entfernt, all Ihre Hörprobleme zu lösen. Auch genussvolles Hören klingt anders als das, was übliche Hörverstärker leisten. Aber das Gerät bietet immerhin die Möglichkeit, Fernzusehen und Radio zu hören, ohne die Nachbarn zu stören, oder einem Vortrag, einem Kinofilm oder einem Gespräch in ruhiger Umgebung besser zu folgen.

Nachteile eines Hörverstärkers

Einen Nachteil des Hörverstärkers sehen Mediziner darin, dass Menschen mit Hörproblemen diese Geräte nutzen, ohne einen Arzt zu konsultieren. Hörverluste haben sehr unterschiedliche Ursachen, der diagnostische Prozess gehört daher in professionelle Hände. Die Selbstdiagnose ist kein Ersatz für eine sorgfältige ärztliche Untersuchung.

Das grösste Manko des Hörverstärkers liegt in seiner begrenzten Funktionalität und der nicht vorhandenen individuellen Einstell- und Anpassungsmöglichkeiten abgesehen von der Lautstärke.

Eingeschränkte Funktionalität, nicht individuell anzupassen

Hörverstärker neigen dazu, niedrige Frequenzen zu stark und hohe Frequenzen zu wenig zu verstärken. Darunter leiden Tonqualität und Sprachverständlichkeit. Da zudem die meisten Hörverluste im Bereich hoher Frequenzen auftreten, sind Hörgeschädigte mit den Geräten ohnehin gewöhnlich alles andere als optimal versorgt. Lautes Eigenrauschen und störende Rückkopplungen limitieren den Nutzen eines Hörverstärkers weiter. Unterschiedliche Programme zur Ausblendung von Störgeräuschen, mit denen sich der Output eines Hörgeräts an unterschiedliche Hörsituationen anpassen lässt, gibt es beim Hörverstärker nicht.

Besonders kritisch ist, dass Hörverstärker nicht wie Hörgeräte auf den individuellen Unterstützungsbedarf ihrer Träger eingestellt werden können. Durch unbeabsichtigte Überverstärkung besonders im tiefen Frequenzbereich werden leicht Lautstärkepegel erreicht, die schädlich für das Gehör sind.

Zielgruppe eines Hörverstärkers

Zielgruppe des Hörverstärkers sind einerseits Menschen mit beginnendem Hörverlust. Sie tragen noch kein Hörgerät und möchten die Entscheidung für eine hochwertige, aber eben auch zeitaufwändig anzupassende und eventuell teure Hörhilfe noch etwas hinausschieben. Andererseits werden die sehr einfach zu handhabenden Geräte von Personen genutzt, die sich von den Funktionen moderner, winziger Hörgeräte überfordert fühlen oder aus körperlichen oder geistigen Gründen nicht mehr in der Lage sind, ein Hörgerät zu bedienen.

Den Besuch eines Spezialisten nicht auf die lange Bank schieben

Bemerken Sie einen beginnenden Hörverlust? Erscheint Ihnen ein Hörverstärker als attraktive und sparsame Alternative zum Hörgerät? Sie tun Ihrer Gesundheit einen Gefallen, wenn Sie in jedem Fall zunächst einen Termin mit einem Spezialisten vereinbaren, um die Ursache Ihrer Hörprobleme abklären zu lassen.

Handelt es sich um eine beginnende Schwerhörigkeit, kann ein Hörverstärker Ihnen in bestimmten Situationen übergangsweise recht gute Dienste leisten. Spätestens mittelfristig aber sollten Sie eine sowohl komfortablere als auch gesündere Hörlösung anstreben: ein von einem Hörgeräteakustiker professionell angepasstes medizinisches Hörgerät. Mit dem Zuschuss der Kasse kann ein Basis-Hörgerätemodell sogar günstiger sein als ein Hörverstärker. Wünschen Sie sich eine besonders unauffällige Hörhilfe, ist vielleicht eines der für leichte bis mittlere Hörverluste ausgelegten modernen In-dem-Ohr-Hörgeräte (IdO), zu denen auch Completely-in-canal-Geräte (CIC) gehören, das richtige für Sie.

Wenn Sie manchmal Mühe haben Ihr Gegenüber zu verstehen oder die Vögel nicht mehr zwitschern und die Grillen nicht mehr zirpen hören, dann sollten Sie das ernst nehmen. Ein professioneller Hörtest genügt bereits um zu klären, ob mit Ihrem Gehör noch alles in Ordnung ist.

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Besser nicht für den Dauergebrauch: Ein Hörverstärker ist kein Hörgerät!
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