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Gehör und Gedächtnis: Wie Hörschwächen auf das Erinnerungsvermögen schlagen

Immer mehr aktuelle Studien beweisen: Gedächtnis und Gehör haben mehr miteinander zu tun, als oftmals angenommen wird. Amerikanische Wissenschaftler haben mehrfach nachgewiesen, dass Schwerhörigkeit nicht nur das Hörvermögen betrifft, sondern sich auch auf die Gedächtnisleistung auswirken kann. Im Vergleich zu normal hörenden Probanden zeigten Hörgeschädigte in Vergleichsstudien eine um bis zu 43 % verschlechterte kognitive Leistung. Europäische Studien mit Kindern zwischen neun und zehn Jahren zeigen des Weiteren, dass anhaltender Lärm nicht nur auf das Gehör schlägt, sondern auch die Lernfähigkeit und Gedächtnisfunktion verschlechtert. Doch inwiefern sind Gehör und Gedächtnis tatsächlich gekoppelt und wie können wir der Schwerhörigkeit und dem kognitiven Abbau vorbeugen?

Schlechtes Hörvermögen verbraucht kognitive Ressourcen im Gehirn

Unser Gehör, als auch unser Gehirn, sind höchst komplexe Organe, dessen genaue Funktionalität nach wie vor noch nicht vollständig ergründet wurde. Im Laufe der vergangenen Jahre haben sich aber immer mehr Forschungseinrichtungen der Frage gewidmet, ob und welche Verbindung zwischen Hören und Denken besteht und inwiefern ein vermindertes Hörvermögen unsere Denkleistung beeinflussen kann. Fest steht: der akustische Cortex, welcher im Gehirn für die Verarbeitung von Sinneseindrücken des Gehörs verantwortlich ist, ist unmittelbar mit jenen Gehirnregionen vernetzt, welche für das Lernen und das Gedächtnis zuständig sind. Deswegen haben Höreindrücke auch einen direkten Einfluss auf Lernfähigkeit und Gedächtnis.

Während einige Studien sich dabei vor allem auf die Lernfähigkeit konzentrieren, ist der Fokus bei anderen Untersuchungen eher auf das Erinnerungsvermögen angesetzt. Auch Effekte auf das Kurzzeitgedächtnis werden analysiert. Einige deutsche Forscher haben sich dabei beispielsweise auf das Messen von sogenannten Alpha-Wellen im Gehirn spezialisiert. Diese rhythmischen Schwingungen der Hirnaktivität zeigen auf, wie beschäftigt das Kurzzeitgedächtnis aktuell ist.

Je komplexere Zahlenfolgen beispielsweise abgespeichert werden müssen, desto stärker schwingen diese Wellen aus. Erstaunlicherweise wurde die Alpha-Intensität jedoch auch von der Auflösung des Sprachsignales beeinflusst. Je schwieriger Informationen akustisch zu verstehen waren, desto mehr Alpha-Aktivität wurde ersichtlich. Schlechtes Hören verbraucht also dieselben kognitiven Ressourcen, wie das Speichern des sprachlichen Inhaltes selbst.

Die Folgen einer Schwerhörigkeit können gravierend sein

Doch ein beeinträchtigtes Hörvermögen schwächt nicht nur unsere kognitiven Prozesse, häufig treten mit einer Schwerhörigkeit auch psychische, körperliche und soziale Probleme auf. Die Betroffenen erhalten immer weniger externe, geistige Anregungen und ziehen sich immer mehr zurück, weil sie nicht mehr alles verstehen und sich schämen nachzufragen. Diese Problematik kann in extremen Fällen gar zur sozialen Isolation führen, welche besonders für ältere Menschen eine sehr schwierige Lebenssituation darstellt.

Hörminderungen möglichst frühzeitig diagnostizieren

Schwerhörigkeit ist ein weit verbreitetes und dennoch weitgehend unterschätztes Gesundheitsproblem. Leidet die Hörfähigkeit, dann leidet, wie bereits erwähnt, über kurz oder lang auch das Erinnerungsvermögen. Es ist deshalb wichtig, schon bei leichten, kaum wahrnehmbaren Einschränkungen der Hörfähigkeit therapeutisch entgegenzusteuern. Eine beginnende Schwerhörigkeit kann sich beispielsweise darin zeigen, das typische Haushaltsgeräusche wie das Surren des Kühlschranks, das Türklingeln oder der Handyklingelton nicht oder nicht mehr richtig gehört werden. Wer bei Geräuschkulissen in einem Restaurant oder in einer Gruppe von Menschen einzelnen Gespräche nicht mehr folgen kann, sollte sein Gehör ebenfalls überprüfen lassen.

Ob eine Minderung der Hörfähigkeit bereits vorliegt kann ganz einfach mit einem Hörtest festgestellt werden. Aufgrund der Ergebnisse können auch – sofern notwendig – geeignete Maßnahmen eingeleitet werden, um die Hörfähigkeit wiederherzustellen. Hörgeräte sind ein sinnvolles Modul, um die Hörleistung signifikant zu steigern, sie sind darüber hinaus leicht zu bedienen und zeichnen sich durch einen diskreten Tragekomfort aus. Einschränkungen des Hörvermögens frühzeitig zu erkennen und zu behandeln ist ausschlaggebend, um so einem drohenden Abbau kognitiver, kommunikativer und sozialer Fähigkeiten entgegenzuwirken.

 

 

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